Iran-Krieg: Iranische Agentur meldet „sporadische Kämpfe mit amerikanischen Schiffen“ – Liveticker
Trotz Waffenruhe liefern sich die USA und der Iran weiterhin Gefechte in der Straße von Hormus. Mehrere Öltanker sollen erfolglos versucht haben, die US-Blockade zu durchbrechen. Außenminister Marco Rubio kritisiert in Rom die aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung europäischer Regierungen. Alle Entwicklungen im Liveticker.
Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran gilt seit mehreren Wochen eine Waffenruhe im Nahen Osten. Doch die Feuerpause ist fragil.
Die USA vermitteln nach Angaben des Außenministeriums in Washington am 14. und 15. Mai zweitägige Gespräche zwischen den Regierungen Israels und des Libanon. Offen bleibt, auf welcher Ebene die beiden Nachbarstaaten über Wege zum Frieden verhandeln wollen. Zuletzt hatte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam ein baldiges Spitzentreffen auf dem Niveau von Präsidenten oder Regierungschefs abgelehnt. Zuerst müsse die mit Israel vereinbarte Waffenruhe eingehalten werden, erklärte Salam.
Das US-Militär greift nach eigenen Angaben zwei leere Öltanker unter iranischer Flagge an, die die US-Blockade durchbrechen wollten. Ein drittes Schiff unter iranischer Flagge sei bereits am Mittwoch außer Gefecht gesetzt worden, teilt das US-Zentralkommando auf der Plattform X mit. Alle drei Schiffe befänden sich nicht mehr auf dem Weg in den Iran.
Centcom erklärte im Onlinedienst X, die beiden iranischen Frachtschiffe seien von US-Kampfflugzeugen mit „Präzisionsmunition“ angegriffen worden, nachdem die Schiffe „Sea Star III“ und „Sevda“ versucht hätten, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete „sporadische Kämpfe mit amerikanischen Schiffen“.
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz hat eigenen Angaben zufolge Raketen auf einen israelischen Militärstützpunkt abgefeuert. Der Angriff am Freitag habe eine Militärbasis südlich der israelischen Küstenstadt Naharija getroffen und sei eine Reaktion auf jüngste Angriffe der israelischen Armee auf die südlichen Vororte von Beirut und Dörfer im Süden des Libanon, erklärte die Miliz. Israelischen Angaben zufolge ertönten zuvor in mehreren Städten im Norden des Landes Luftschutzsirenen.
Die Armee habe eine Rakete abgefangen, die weiteren Raketen seien in unbewohnten Gebieten eingeschlagen, erklärten die israelischen Streitkräfte. Es seien keine Verletzten gemeldet worden. Im Libanon wurden derweil mindestens vier Menschen bei israelischen Angriffen auf die Ortschaft Tura getötet, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Acht weitere Menschen seien verletzt worden.
US-Außenminister Marco Rubio zeigt sich erneut enttäuscht über die aus Sicht seiner Regierung unzureichende Unterstützung europäischer Regierungen im Iran-Krieg. Einer der Vorteile der Nato-Mitgliedschaft bestehe in der Möglichkeit, Streitkräfte in Europa zu stationieren und Stützpunkte für die Logistik in Notfällen zu unterhalten, sagte er in Rom. Das sei nicht mehr der Fall. „Das ist ein Problem, und das muss geprüft werden.“ Am Ende liege die Entscheidung, wie man darauf reagiere, aber bei US-Präsident Donald Trump.
Die Weigerung von Ländern wie Spanien, den USA Basen in einer dringenden Situation zur Verfügung zu stellen, habe Kosten verursacht und unnötige Gefahren geschaffen, erklärte Rubio. Die USA waren sowohl in Spanien als auch in Italien auf Widerstand bei der Nutzung von Militärstützpunkten für den Iran-Krieg gestoßen.
Die USA beziffern die Folgen ihrer Blockade iranischer Häfen. Am Freitag seien mehr als 70 Tanker an der Ein- und Ausfahrt gehindert worden, teilte das US-Zentralkommando (Centcom) auf X mit. Die Handelsschiffe hätten die Kapazität, mehr als 166 Millionen Barrel iranischen Öls zu transportieren. Dies sei schätzungsweise mehr als 13 Milliarden Dollar wert, so Centcom.
Der Iran hat einem Medienbericht zufolge eine eigene Behörde für die Kontrolle und zur Erhebung von Mautgebühren für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufgebaut. Das Amt habe bereits ein neues Regelwerk eingeführt, das „Schiffe dazu verpflichtet, eine Durchfahrtgenehmigung einzuholen und Gebühren zu entrichten, bevor sie losfahren“, meldete das Magazin „Lloyd’s List“, das über Schifffahrt und Seehandel berichtet.
In den Formularen müssten „detaillierte Aufzeichnungen über Eigentümer, Versicherung, Besatzung und die geplante Transitroute“ gemacht werden. Am Dienstag hatte bereits der iranische Sender Press TV berichtet, dass ein „System zur Ausübung der Souveränität über die Straße von Hormus“ aufgebaut worden sei.
Der Iran-Krieg hinterlässt Spuren: Die Industrieproduktion in Deutschland ist im März zurückgegangen. Im Produzierenden Gewerbe sank die Produktion um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die reine Industrieproduktion ohne Energieerzeugung und Baugewerbe ging demnach um 0,9 Prozent zurück. Die Exporte hingegen stiegen leicht.
Neue Spannungen im Nahen Osten haben die Rekordjagd an den asiatischen Aktienmärkten vorerst beendet. Die japanische Börse hat am Freitag schwächer tendiert. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 62.174,12 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 1,0 Prozent niedriger bei 3.801,88 Zählern. Auch in China hielten sich die Anleger zurück. Die Börse Shanghai verlor 0,3 Prozent auf 4.168,09 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,5 Prozent auf 4.874,88 Punkte.
Die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran haben Zweifel an der seit einem Monat geltenden Waffenruhe in der Region geschürt und den Preis für Nordsee-Öl auf über 100 Dollar getrieben.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Raketen- und Drohnenangriff gemeldet. Die Luftabwehr des Landes sei im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium mit. Das Ministerium rief die Bevölkerung dazu auf, sich Trümmern oder Fragmenten, die infolge erfolgreicher Abfangaktionen zu Boden gefallen seien, „nicht zu nähern, sie nicht zu fotografieren und nicht zu berühren“. Mit dem Angriff wird die fragile Waffenruhe im Iran-Krieg erneut auf die Probe gestellt.
Das US-Justizministerium untersucht Medienberichten zufolge eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Trump und anderen Regierungsvertretern getätigt wurden. Dabei gehe es um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Iran-Kriegs mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Mrd. Euro) auf fallende Ölpreise gesetzt hätten, berichteten die US-Sender ABC News und NBC News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Wetten seien jeweils kurz vor neuen Ankündigungen Trumps oder iranischer Regierungsvertreter platziert worden, hieß es. Auch die für Rohstoffgeschäfte zuständige Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sei in die Ermittlungen involviert.
Donald Trump bestätigt im Gespräch mit Journalisten, dass die USA auch nach den kurzfristigen gegenseitigen Angriffen weiter mit dem Iran verhandeln. Er erwähnte auch, dass Pakistan als Vermittler die USA gebeten habe, den als „Project Freedom“ bezeichneten US-Marineeinsatz zur Wiedereröffnung der blockierten Meerenge von Hormus während der Friedensverhandlungen zu unterbrechen.
Nach neuen Gefechten zwischen dem Iran und den USA in der Straße von Hormus droht US-Präsident Trump Teheran mit weiteren US-Angriffen, sollte nicht bald ein Abkommen geschlossen werden. „Wir werden sie in Zukunft viel härter und viel gewaltsamer ausschalten, wenn sie ihr Abkommen nicht schnell unterzeichnen“, erklärte Trump in seinem Onlinedienst „Truth Social“.
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens zwölf Menschen getötet worden. Elf Menschen, darunter zwei Kinder, seien bei Bombenangriffen auf drei Ortschaften in der Region Nabatijah getötet worden, erklärte das Ministerium. Bei einem Angriff in der Region Maradschajun wurde demnach ein Mitarbeiter eines der pro-iranischen Hisbollah-Miliz nahestehenden Rettungsdiensts getötet.
US-Präsident Trump bezeichnet die Vergeltungsschläge der USA gegen iranische Ziele als einen „kleinen Denkzettel“. Zugleich betont er in einem Interview mit dem Sender ABC News, dass die Waffenruhe Bestand habe. „Sie ist in Kraft“, sagt Trump und fügt hinzu, dass drei US-Zerstörer die Straße von Hormus unter Beschuss erfolgreich verlassen hätten. Die Schiffe seien nicht beschädigt worden, die iranischen Angreifer hätten jedoch schwere Schäden erlitten.
Trotz Waffenruhe haben sich die USA und der Iran gegenseitig in der Straße von Hormus beschossen. „US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung“, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) des US-Militärs auf der Plattform X mit. Das iranische Militär bestätigte Angriffe auf US-Kriegsschiffe und machte dafür US-Attacken auf einen iranischen Öltanker verantwortlich.
Centcom teilte weiter mit, die iranischen Angriffe seien abgewehrt worden, als Lenkwaffenzerstörer der US-Marine die Straße von Hormus in Richtung Golf von Oman durchquert hätten. Iranische Streitkräfte hätten mehrere Raketen abgefeuert und Drohnen sowie kleine Boote eingesetzt, als drei US-Schiffe die Meerenge passiert hätten.
Das US-Militär habe die Bedrohungen „neutralisiert“ und iranische Militäreinrichtungen angegriffen, die für die Angriffe auf die US-Streitkräfte verantwortlich gewesen seien – darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen, Kommando- und Kontrollzentren sowie Zentralen für Aufklärung und Überwachung, hieß es weiter. Es werde keine Eskalation angestrebt, man werde jedoch die US-Streitkräfte schützen.
Das US-Militär greift einem Medienbericht zufolge den iranischen Hafen Keschm und die Stadt Bandar Abbas an. Dies berichtet ein Reporter des Senders Fox News auf der Plattform X unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter. Iranische Nachrichtenagenturen melden Explosionen in Bandar Abbas.
Auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus ist es nach einem Bericht iranischer Staatsmedien zu einem Schusswechsel zwischen iranischen Streitkräften und dem „Feind“ gekommen.
Die halbamtlichen iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim berichteten am Donnerstag zudem von Explosionen in der Nähe der Stadt Bandar Abbas. Was die Detonationen ausgelöst hat, war unklar.
Qeschm ist die größte iranische Insel im Persischen Golf. Auf ihr leben etwa 150.000 Menschen. Dort befindet sich eine Meerwasserentsalzungsanlage.